Donnerstag, 1. Dezember 2016

Rezension: Libellen im Kopf // Gavin Extence


VERRÜCKT SIND WIR ALLE EIN BISSCHEN





Meine Meinung

Extence greift in seinem neuen Roman ein sehr wichtiges Thema auf und verarbeitet auch seine eigenen Erfahrungen mit dieser Geschichte. Psychische Erkrankungen sind schwer zu verstehen und für manche überhaupt nicht nachvollziehbar. In Libellen im Kopf leidet die Hauptprotagonistin unter einer bipolaren Störung. Anfangs ist noch nicht ganz klar wohin die Geschichte führen wird und warum Abbys Verhalten irgendwann nicht mehr gesund sein soll. 

Der Anfang war für mich etwas schwierig. Es waren tolle Passagen dabei, jedoch war alles so detailliert erzählt und man ist so nah an der Figur Abby dran, dass es schwer war viel am Stück zu lesen. Es hat sich ein bisschen gezogen, jedoch wird das ab der Mitte ca. viel, viel besser und das Durchhalten zahlt sich aus. 

Abby war mir anfangs nicht so sympathisch und die Handlung hatte für mich keinen roten Faden. Im Nachhinein macht das alles aber irgendwie Sinn, da der Autor eben versucht hat, die Krankheit bestmöglich darzustellen. Er hat es geschafft, viele Vorgänge, die im Kopf abgehen und Gefühle, die so ausschlaggebend sind, in Worte zu fassen und überhaupt Sätze zu formulieren, die einem ganz nahe gehen und die so gut ausdrücken, wie man sich fühlen kann. 

Wie schon erwähnt, ist der Schreibstil sehr detailreich und die Geschichte sehr dicht erzählt. Mir war das manchmal zu viel und zu intensiv. Es werden viele Emotionen vermittelt oder das Fehlen von Emotionen und das hatte auch Auswirkungen auf mich selbst. Das Ende fand ich sehr schön und auch emotional. Extence hat die Stimmung von Abby ganz gut eingefangen und konnte mich zum Schluss sehr berühren.

Fazit

Ein authentischer Roman, der die Krankheit der bipolaren Störung aufgreift und auf eindrückliche Weise beschreibt, wie es sich anfühlen kann, wenn man darunter leidet. Auch die Themen Familie, Beziehungen, Depressionen werden aufgegriffen und verarbeitet. Ein sehr lesenswertes Buch, das durch alle Höhen und Tiefen geht, die man sich vorstellen kann.

Dienstag, 22. November 2016

Rezension: Lucy Schröders gesammelte Wahrheiten // Susann Rehlein



ABER WELCHE WAHRHEITEN?



Meine Meinung

Lucy verkriecht sich nach dem Tod ihres Vaters in ihrer Wohnung und verlässt monatelang nicht das Haus. Als ihre zwei neuen Mitbewohner eine Maßnahme dagegen unternehmen, beklagt sie sich auch noch, warum sie ihr helfen wollen.

Lucy ist eine sehr eigenwillige Figur, die alles direkt ehrlich anderen ins Gesicht sagt und sehr ruppige Umgangsformen hat. Klar, sie hatte eine schwierige Kindheit und nicht so viel von Mitmenschlichkeit mitbekommen, aber auch das letzte bisschen Feingefühl ging da irgendwo verloren. Mir war sie ein bisschen zu nervig und ich konnte sie nicht so richtig in mein Herz schließen.

Ich kann nicht sagen, dass die Geschichte nichts in mir ausgelöst hätte, aber es waren nicht viele positive Dinge dabei. Ich musste mich eher zwingen weiter zu lesen und hatte nicht so eine große Freude daran.
Die Szenen, in denen Lucy mit ihrer Internetbekanntschaft schreibt und später auch persönlich kennenlernt, waren mir am liebsten. Ansonsten hat es mich ziemlich kalt gelassen. Ich konnte das Ganze nicht greifen. Es war mir zu wirr und zu distanziert erzählt. Eine Reihe schnell abgehandelter Szenen und Ereignisse, bei denen ich nicht wirklich dabei war. Außerdem kommen einige magische Elemente vor, die ich nie ganz einordnen konnte...

Der Schreibstil war nicht ganz unschuldig an dem Ganzen. Ich fand keinen Zugang zur Geschichte, weil mir auch der Schreibstil nicht so zugesagt hat: Viele ungewöhnliche Ausdrücke und eine sehr distanzierte Erzählhaltung. Mit Rehleins anderem Roman "Die erstaunliche Wirkung von Glück" hatte ich bei Weitem nicht solche Probleme. Diese Geschichte war sogar überaus toll!


Fazit

Eine zu eigenwillige Protagonistin, mit der ich nur wenig verbinden konnte und zu der ich keinen Bezug bekommen habe. Eine Geschichte, die man nicht zu ernst und bei der man Gegebenheiten einfach hinnehmen sollte. Ein gewöhnungsbedürftiger Schreibstil hat mir die Sache nicht leichter gemacht und somit war es kein so großer Genuss dieses Buch zu lesen. Eine Chance sollte man Lucy aber allemal geben!



Infos

Klappentext
Lucy Schröder möchte bittte in Ruhe gelassen werden. Die eigenbrötlerische und durchaus unfreundliche Schneekugeldesignerin hat wirkungsvolle Abwehrmechanismen gegen ihre Mitmenschen entwickelt. Abwehrzauber, könnte man auch sagen. Als sie jedoch Beraterin im maroden Kaufhaus Schönstedt wird, versagen diese völlig - Lucy verliebt sich. Da hilft auch das Orakel des fahlen Fisches nicht mehr, das sie in wichtigen Lebensfragen zu konsultieren pflegt. Diesmal rät es: "Zieh dich warm an, Mädchen, es wird heiß." Dabei will sie wirklich nur ihre Ruhe. Aber das sagten wir ja schon.

Samstag, 5. November 2016

Rezension: Partials 1 - Aufbruch // Dan Wells



MENSCHEN VS. PARTIALS



Meine Meinung
Einen Vorteil hat es, wenn Bücher jahrelang ungelesen im Regal stehen. Die Chance ist größer, dass die Fortsetzungen dann bereits erschienen sind, wenn man sich endlich entscheidet, den Reihenauftakt zu lesen. Und ich war sehr froh, dass ich nicht jahrelang warten musste, um zu erfahren, wie es weitergeht :D

Aufbruch zeigt eine Zukunftsvision (wiedermal ausgehend von Amerika), die durch medizinischen bzw. technischen Fehlern zustande gekommen ist oder eigentlich durch die Arroganz der Menschen, die sich für etwas Besseres halten. Sie greift basale Themen in unserer Gesellschaft auf und versetzt diese einfach in ein anderes Setting, fast eine Metapher für unsere eigenen Zustände.

Die Partials sind das Fremde, das Andere, der Feind, den man nicht so genau kennt, aber gerade deswegen auch fürchtet.

Die Herangehensweise an die Aufdeckung der Probleme und das Finden von Lösungen ist sehr medizinisch. Große Bedeutung im Buch haben das Krankenhaus und medizinische Labore. Manches konnte ich da nicht so richtig nachvollziehen, war aber dann im Endeffekt nicht so das große Problem für mich.

Die Handlung hat sich für mich schlüssig ergeben und es war sehr spannend den Protagonisten durch die Geschichte zu folgen. Sie hat wunderbare Charaktere entwickelt. Kira, die Hauptfigur, lebt nach dem Modell der Aufopferung. Sie erkennt ein Problem und setzt alles daran, dieses zu lösen. Wirklich alles. Die Nebenfiguren waren auch alle sehr spannend und ich könnte nicht sagen, dass sie irgendwie klischeehaft gezeichnet wurden.

Die Dystopie kann mit ihrem jugendlichen Charme überzeugen und  reiht sich zu den großen ihres Genres ein. Für mich war es ein reinstes Lesevergnügen und der Trilogie-Auftakt hat Suchtpotenzial. Der 2. Band ist für einen  Mittelteil wirklich richtig gut. Beim 3. Buch schwächelt der Plot ein bisschen. Nichtsdestotrotz habe ich alle drei in kürzester Zeit verschlungen.

Fazit

Ein gelungener Auftakt der Partials-Trilogie und ein gutes Beispiel, was die Arroganz von Menschen alles anrichten kann. Die ganze Reihe ist zwischen Flüchtlingskrisen, Rassismus und Terroranschlägen ein wertvoller Beitrag für mehr Frieden und Toleranz.





Infos

  • Autor: Dan Wells studierte Englisch an der Brigham Young University in Provo, Utah, und war Redakteur beim Science-Fiction-Magazin »The Leading Edge«. Mit »Ich bin kein Serienkiller« erschuf er das kontroverseste und ungewöhnlichste Thrillerdebüt der letzten Jahre. Nach seinen futuristischen Thrillern um die »Partials« war »Du bist noch nicht tot« der lang erwartete neue John-Cleaver-Roman. Mit der »Mirador«-Saga führt Dan Wells in eine neue Welt. (Quelle: https://www.piper.de/autoren/dan-wells-2599 31.10.2016)
  • Einband: Fester Einband
  • Seitenanzahl: 506 Seiten
  • Verlag: ivi
  • ISBN: 978-3-492-70277-5
Klappentext
Die letzten Menschen haben sich nach einer verheerenden Katastrophe nach Long Island, vor die Tore Manhattans, zurückgezogen. Die Partials, übermächtige Krieger, die einst von den Menschen erschaffen wurden und sich dann gegen sie wendeten, bedrohen die Überlebenden. Und eine unheilbare Seuche fordert ihre Opfer. Die sechzehnjährige Kira setzt alles daran, einen Weg zu finden, die Krankheit zu heilen. Doch dieser Weg führt sie nach Manhattan, mitten in das Gebiet der unheimlichen Partials. Und was sie dort entdeckt, wird nicht nur ihr eigenes, sondern das Schicksal aller Geschöpfe auf unserem Planeten verändern …

Mittwoch, 2. November 2016

Rezension: Letztendlich sind wir dem Universum egal // David Levithan



JEDER TAG EIN ABENTEUER!



Meine Meinung
A wacht jeden Tag in einem anderen Körper auf. Stelle man sich das mal vor. Mal ist A ein Mädchen, dann wieder ein Junge. Irgendwann erwischt es A (A ist zu dem Zeitpunkt ein Junge). Er trifft ein Mädchen und ist so fasziniert von diesem, dass er mehr als nur einen Tag mit ihm verbringen will.

Es ist eigentlich eine Liebesgeschichte, die sich fantastischen Elementen bedient. Mit dem Körperwechsel von A spielt der Autor mit Gender- und Geschlechterrollen, was mir sehr gefallen hat. Er provoziert fast die Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen, wie wichtig einem das Äußere bei anderen Menschen ist, ob der Charakter nicht über allem stehen sollte und wir uns doch immer wieder von nichtssagenden Merkmalen täuschen lassen.

So außergewöhnlich und lesenswert diese Geschichte auch ist, waren die Charaktere doch etwas blass meiner Meinung nach. Vor allem Rhiannon konnte mich nicht so ganz überzeugen. Die Handlung ergibt sich irgendwie durch die äußeren Umstände und umrahmt die besondere Situation von A und Rhiannon. Der Autor gibt viele Einblicke in die verschiedensten Familien und Lebenslagen, was jedes Mal spannend ist, wenn ein Tag neu anfängt und man erst erfahren muss, wo man mit A gelandet ist.

Levithan hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Dass er für Jugendliche geschrieben hat, merkt man jedoch stark. Aber die Themen, die in diesem Buch angesprochen werden sind gerade im Jugendalter sehr wichtig und können einen sensibleren Umgang miteinander fördern.

Fazit

Außergewöhnliche Teenager-Liebesgeschichte, die zum Nachdenken über eigene Vorurteile, Oberflächlichkeiten und ungesunde Beziehungen anregt. Das Jugendbuch spielt mit Geschlechter- und Genderrollen und zeigt auf, dass am Ende immer der Charakter eines Menschen zählt!



Infos
  • Autor: David Levithan, geboren 1972, ist Verleger eines der größten Kinder- und Jugendbuchverlage in den USA und Autor vieler erfolgreicher Jugendbücher, unter anderem ›Will & Will‹ (gemeinsam mit John Green) und ›Two Boys Kissing‹. Sein Roman ›Letztendlich sind wir dem Universum egal‹ erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 in der Kategorie Jugendjury. Er lebt in Hoboken, New Jersey. (Quelle: http://www.fischerverlage.de/autor/david_levithan/21773 29.10.2016)
  • Einband: Hardcover
  • Seitenanzahl: 394 Seiten
  • Verlag: Fischer
  • ISBN: 978-3-10-402437-0

Klappentext
Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.

Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?
 

Dienstag, 1. November 2016

Alle Jahre wieder: Der Lovelybooks-LESERPREIS 2016



Liebe Bücherfreunde, Leser und Leserinnen,

es ist wieder soweit. Unsere Meinungen, Vorlieben und Geschmäcker sind gefragt!
Die Bücherplattform Lovelybooks vergibt wieder den Leserpreis und wir (du und ich) dürfen die Bücher nominieren!

Wie das funktioniert, fragst du dich? Genauere Informationen habe ich jetzt im Folgenden aus den offiziellen Presseinfos der Seite zusammengestellt:

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Was den DER LESERPREIS so besonders macht?
Allein die Leser entscheiden, welche Neuerscheinungen des Jahres zu den besten Büchern 2016 gekürt werden und teilen so die Bücher, die sie wirklich lieben und empfehlen. Weil DER LESERPREIS offen ist für die unterschiedlichsten Buchvorschläge, sind jedes Jahr unter den Top-Favoriten auch immer Überraschungskandidaten, mit denen niemand im Vorfeld rechnet, und das macht ihn als Preis so einzigartig.

Was ist DER LESERPREIS 2016 und warum gibt es ihn?
Auf den Bestsellerlisten stehen Bücher, die sich gut verkaufen, während Bücher, die eine Fachjury überzeugend findet, Kritikerpreise gewinnen. Beim Leserpreis jedoch bestimmen allein die Leser, welche Bücher  ihnen dieses Jahr besonders gut gefallen haben. Der Preis ist ein Dankeschön der Leser an die Autoren, die mit ihren Geschichten und
Texten unser Leben bereichern. Bücherfans bietet DER LESERPREIS eine Orientierung, eine Empfehlung von Lesern für Leser, die klar sagt, welche neu erschienenen Bücher im Jahr 2016 wirklich lesenswert sind.
2016 wird der Leserpreis bereits zum achten Mal vergeben. Die Resonanz in den vergangenen Jahren war riesig und macht den Leserpreis zum größten von Lesern vergebenen Buchpreis im deutschsprachigen Raum.

Wie läuft DER LESERPREIS 2016 genau ab?
31. Oktober - 10. November 2016: Nominierungsrunde
In der Nominierungsrunde kannst du in den einzelnen Kategorien bis zu drei Bücher nominieren, bei denen du der Meinung bist, dass sie den Leserpreis verdient haben. Die Bücher müssen zwischen November 2015 und Oktober 2016 erstmalig auf Deutsch erschienen sein. Du musst auf Lovelybooks angemeldet sein, um nominieren bzw. abstimmen zu können. Nur so kann garantiert werden, dass wirklich nur drei Stimmen pro LeserIn abgegeben werden.
14. November - 22. November 2016: Abstimmungsrunde
In der Abstimmungsrunde werden in jeder Kategorie die 35 Bücher mit den meisten Nominierungen angezeigt, unter denen du deine finalen Stimmen für den Leserpreis verteilen kannst. Du kannst in jeder Kategorie drei Stimmen abgeben.
24. November 2016: Bekanntgabe der Preisträger
Am 24. November werden die Gewinner aller Kategorien in Gold,  Silber und Bronze bekannt gegeben. Die Bücher, die während der Abstimmung die meisten Stimmen erhalten, gewinnen.

Welche KATEGORIEN gibt es?
In folgenden vierzehn Kategorien kannst du deine Lieblingsbücher nominieren:
Hauptkategorien:
Romane, Krimi & Thriller, Fantasy & Science Fiction, Jugendbuch, Kinderbuch, Liebesromane, Erotische Romane, Historische Romane, Humor, Sachbuch & Ratgeber
Sonderkategorien:
Bestes Hörbuch, Bestes E-Book only, Bester Buchtitel, Bestes Cover





Nominiere deine Lieblingsbücher!

https://www.lovelybooks.de/leserpreis/2016/nominierungen/romane/
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