Mittwoch, 23. August 2017

Rezension: Ein ganz neues Leben (Band 2) // Jojo Moyes


DIE GESCHICHTE GEHT WEITER


Meine Meinung

Der zweite Teil war nie geplant. Nach "Ein ganzes halbes Jahr" legt Moyes die Fortsetzung zu ihrem Bestseller vor, dem man diese Ungeplantheit anmerkt. Die Geschichte setzt einige Zeit nach der letzten Seite des ersten Bandes an. Louisa ist wieder im Alltag angekommen und lebt mehr oder weniger einfach vor sich hin. Will Traynor hat sie nie ganz losgelassen. Verständlich. Und doch ist diese Geschichte eine ganz neue, eine, die zwar die vertrauten Gesichter aus dem ersten Band wieder aufleben lässt, aber so anders ist, wie, als würde man eine komplett neue Geschichte lesen.

Moyes' Schreibstil ist unverändert flüssig zu lesen und sie hat ein wunderbares Gespür, was der Geschichte gut tut und wo sie mehr erzählen muss. Ich konnte kaum aufhören zu lesen, so sehr hat sie es geschafft, mich in einen Sog zu ziehen. Immer wieder kommen unerwartete Wendungen und sie greift spannende Themen auf. Ich liebte ihren humorvollen Umgang mit feministischen Themen, die jedoch im nächsten Moment in einem anderen Setting erschreckend dargestellt werden und man wieder merkt, wir Frauen haben es nicht einfach. 

Wir können ein Stück bei der Trauerbewältigung von Louisa dabeisein. Das ist natürlich das Hauptthema. Auf das muss man sich einlassen. Die Erwartungen sollten so klein wir möglich gehalten werden, dann bekommt man einen super Roman. Der Anfang weist Parallelen zum ersten Band auf. Manche Sachen wirken ein bisschen übertrieben, aber irgendwas muss ja Spannendes passieren, damit die Geschichte an Fahrt bekommt. 

Fazit
Eine gelungene, herzerwärmende Geschichte. Die zwar altbekannte Charaktere wieder aufleben lässt, aber doch so ganz anders und eigenständig zum ersten Band bestehen kann. Louisa und Will leben auf einzigartige Weise weiter und bescheren wunderbare Lesestunden. Mit weniger Tränen und mehr Lachen.


Infos
  • Autorin: Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Der Roman «Ein ganzes halbes Jahr» machte sie international zur Bestsellerautorin. Weitere Nr. 1-Bestseller folgten. Jojo Moyes lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf dem Land in Essex. (Quelle: https://www.rowohlt.de/autorin/jojo-moyes.html 23.8.2017)
  • Verlag: Rowohlt
  • Einband: Taschenbuch
  • Seitenanzahl: 528 Seiten
  • ISBN: 978-3-499-29139-5




Freitag, 11. August 2017

Rezension: Die letzten Tage der Nacht // Graham Moore


WENN DIE ERLEUCHTUNG NAHT...



Meine Meinung

Graham Moore hat in seinem Buch ein richtig interessantes Stück Geschichte fiktiv aufgearbeitet. Es geht um den Stromkrieg im 19. Jahrhundert zwischen George Westinghouse und Thomas Edison, die sich darum streiten, ob jetzt Wechselstrom oder Gleichstrom der bessere Strom ist. Es ist außerdem der erste große Patentstreit der Geschichte. 

Erzählt wird das Ganze aus der Sicht eines jungen Anwalts namens Paul Cravath, der Westinghouse vertritt und sich den Intrigen und Machtspielen der großen Parteien ausliefert. Zu Paul baut man im Laufe der Geschichte eine starke Sympathie auf, auch wenn er nicht darum bettelt, dass man ihn mag.

Die Geschichte wurde sehr gut recherchiert und hat mich dazu angeregt, selbst einige Sachen nachzulesen. Moore schreibt sehr detailliert und auch anspruchsvoll. Er gibt der Geschichte Zeit und Raum sich zu entwickeln und überstürzt überhaupt nichts. Für mich gab es deswegen ein paar Längen zwischendurch, was der Originalität und meinem Interesse für die Story aber überhaupt nicht geschadet hat. Ich hab nur etwas länger gebraucht, um das Buch auszulesen.

Fazit

Eine Hommage an den Erfindergeist. Gut recherchierte, fiktive Aufarbeitung der Geschichte. Elektrisches Licht ist für uns mittlerweile selbstverständlich, jedoch musste es erst mal von jemandem erfunden werden. Graham Moore hat hier eine herausragende Geschichte geschrieben, die zwar einige Längen aufweist, aber trotzdem sehr spannend aufgezogen wurde. 


Infos


  • Autor: Graham Moore gewann 2015 den Oscar für das beste Drehbuch. "The Imitation Game" wurde mit Benedict Cumberbatch und Keira Knightley verfilmt und von der internationalen Kritik gefeiert. Moore lebt in Los Angeles.
    (Quelle: https://www.luebbe.de/eichborn/autoren/graham-moore/id_2719326 11.8.2017)
  • Seitenanzahl: 447 Seiten
  • Einband: Hardcover
  • Verlag: Eichborn
  • ISBN:  978-3-8479-0624-7

Loewe Wettbewerb für Blogger

Liebe Leute, 
der Loewe Verlag und Ursula  Poznanski verlosen eine Rolle im nächsten Jugendthriller der Autorin. Wie spannend ist denn das? Wer hat sich selbst nicht schonmal in die Handlung eines Buches geträumt? Und diesmal besteht die Chance, diesen Traum wahr werden zu lassen.
Hier kommt ihr zur Aktionsseite! Teilnehmen könnt ihr bis zum 13.8.2017.


http://www.loewe-verlag.de/content-1059-1059/aquila-wettbewerb/



Um eine Rolle im nächsten Poznanski-Jugendthriller zu gewinnen, beantworte folgende Fragen auf deinem Blog oder YouTube-Kanal: 
  1. Nika begibt sich für ihr Studium auf das Abenteuer „Siena“ in eine fremde Stadt, ohne ihre Familie, ohne Freunde – Hand aufs Herz: Hast du das auch schon einmal gemacht oder würdest es gerne tun? Ganz alleine gereist bin ich noch nicht, aber es steht auf jeden Fall auf meiner To-do Liste, da man so ganz viel über sich selbst kenenlernen kann und viel offener für neue Menschen und Situationen ist, als wenn man in einer Gruppe unterwegs ist.
     
  2. Stell dir vor: Du wachst auf, bist in deiner Wohnung eingeschlossen – ohne Schlüssel, Internet oder Telefon – und kannst dich nicht erinnern, wie du in diese Situation gekommen bist. Wie befreist du dich aus deiner Lage? Durchs Fenster klettern oder (wenn zu weit oben) um Hilfe rufen, damit für mich jemand den Schlüsseldienst anruft. Ansonsten wäre noch eine Möglichkeit extrem viel Lärm zu machen, damit Nachbarn aufmerksam werden und sich beschweren wollen und die dann um Hilfe bitten.
     
  3. Nika nutzt die Gebäude der Universität, Cafés, aber auch GPS zur Orientierung in Siena. Welche Möglichkeiten nutzt du, um dich in einer fremden Stadt zurecht zu finden. Ich frage schonmal auch andere Menschen nach dem Weg oder merke mir Straßennamen, auffällige Gebäude, Geschäfte etc., an die ich mich später wieder erinnern kann. Mein Orientierungssinn ist eigentlich gar nicht so schlecht.
     
  4. Deine Freundin ist verschwunden. Du willst sie bei der italienischen Polizei als vermisst melden. Wie schaffst du das trotz Sprachbarriere? Mit Händen und Füßen und Google-Übersetzer. Im Notfall finde ich jemanden, der beide Sprachen spricht und für mich übersetzen kann.
     
  5. Irgendwie lösen die ersten Zeilen des Songs „Smells like teen spirit“ von Nirvana bei Nika starke Emotionen aus. Welcher „Ohrwurm“ hat das zuletzt bei dir geschafft? Ich höre viel Linkin Park in letzter Zeit, auch aus gegebenen Anlass, aber die Band hat mich durch meine Teenagerzeit begleitet und war immer irgendwie present. "In the end" ist einer dieser Songs.
     
  6. Italien, enge mittelalterliche Gassen, eine nervenaufreibende Spurensuche und die hitzige Jagd nach der Lösung eines Rätsels –  In welchem Buch hast du dich schon einmal auf eine ähnlich spannende Reise gewagt? In allen Dan Brown-Büchern ist es mir so ergangen :D

Mittwoch, 17. Mai 2017

Rezension: Sweetbitter // Stephanie Danler


DAS LEBEN IN ALL SEINEN GESCHMACKSRICHTUNGEN


Meine Meinung

Alles, was du dir von dieser Geschichte erwartest, kannst du gleich wieder über Bord werfen. Es ist nämlich ganz anders und das hat für mich auch immer einen besonderen Reiz. Sweetbitter wird aus der Ich-Perspektive von Tess erzählt, wobei ihr Name erst in der zweiten Hälfte des Buches vermehrt auftritt. Davor war sie einfach nur "Ich". Das Bild von ihr konnte so irgendwie nie richtig vervollständigt werden.

Die Figuren an sich blieben alle sehr oberflächlich und blass, teilweise auch sehr unsympathisch. Das ist sehr frustrierend mit der Zeit. Im Restaurant sind auch ziemlich viele Menschen und sich alle zu merken war gar nicht so einfach. Das Restaurant ist der Hauptschauplatz. Ganz selten wird die Handlung an einen anderen Ort verlegt und alles hat mit dem Restaurant zu tun. 

Danler hat selbst einige Jahre als Kellnerin gearbeitet und ihre Erfahrungen hier verarbeitet. Sie macht scharfe Beobachtungen und beschreibt das ganze Treiben im Restaurant aus der Sicht des Personals. Es ist sehr wirr manchmal und einseitig, aber doch auch interessant. Viel dreht sich um Alkohol, Drogen, Sex, aber auch zwischenmenschliche Beziehungen spielen eine Rolle. Es ist eine Geschichte über das Sich-selbst-finden, übers Erwachsenwerden und auf eigenen Beinen stehen, über Liebe, Anerkennung und Obsessionen. Die Handlung ist Geschmackssache. Es gibt nicht so wirklich eine und doch kommt eine Faszination für das Erzählte auf.

Danlers Schreibstil ist irgendwie speziell. Sie schreibt in kurzen Sätzen, nicht immer spannend, aber doch sehr angenehm zu lesen. Sie hat einen besonderen Blick für das Treiben im Restaurant und das hat sich auf den Schreibstil übertragen. Das Essen, der Wein, die Gäste, die Kollegen und Kolleginnen, alles wird analysiert und auseinandergenommen. 

Fazit

Eine Geschichte, die anders ist, als es der Klappentext vermuten lässt. Danler verarbeitet eigene Erfahrungen im Gastgewerbe und führt ihre Leser hinter die Bars und die vielen Türen eines Restaurants. Sie stellt scharfe Beobachtungen an und zeigt das Leben eines Kellners von allen Lebensseiten. Die Handlung ist nebensächlich, der Schreibstil dem Restaurant angepasst. Ein spezielles Lesevergnügen. 


Infos

  • Autorin: Stephanie Danler fing im Alter von 15 Jahren an, in Restaurants zu arbeiten. Als sie 2006 nach New York kam, um dort kreatives Schreiben zu studieren, begann sie im edlen Union Square Café zu kellnern. Sie verliebte sie sich in die Arbeit, das Essen, die Leute und die Stadt. Inspiriert durch ihre Erfahrungen aus dieser Zeit, schrieb sie ihr Debüt „Sweetbitter“. Stephanie Danler lebt in Brooklyn, New York. Mehr Informationen zur Autorin unter www.stephaniedanler.com (Quelle: http://www.aufbau-verlag.de/index.php/autoren/stephanie-danler-a01 25.5.2017)
  • Seitenanzahl: 416 Seiten
  • Einband: Hardcover
  • Verlag: Aufbau
  • ISBN:  978-3-351-03672-0

Donnerstag, 27. April 2017

Rezension: Ich, Eleanor Oliphant // Gail Honeyman


AUFARBEITUNG DER VERGANGENHEIT



Meine Meinung

Eleanor ist ein Mensch, der für sich bleibt, kaum Freunde hat, entweder bei der Arbeit oder daheim ist. Ihre sozialen Fähigkeiten sind nicht wirklich ausgeprägt und so kommt sie (für den Leser) in die eine oder andere komische Situation, die einfach nur zum Lachen ist, für Eleanor aber nur Unverständnis hervorruft.
Spannung in der Geschichte wird durch ein Geheimnis um Eleanor erzeugt. Ihre Kindheit war sehr, sehr schwierig und sie hat ein Trauma erlebt, das sie nie wirklich verarbeitet hat. Durch eine Begegnung wird sie aus der Lebensstarre ein bisschen herausgeholt und sie versucht, etwas zu verändern. 

Eleanor hat einen schwierigen Charakter, der zwar dadurch begründet ist, dass sie eben eine schwierige Kindheit hatte und kaum Bezugspersonen, denen sie vertrauen konnte und von denen sie lernen konnte, aber trotzdem scheint es, als wäre wirklich alles an ihr vorbeigegangen und sie hätte nichts mitbekommen. 

Der Schreibstil war manchmal sehr detailliert und es hat sich manchmal alles sehr in die Länge gezogen. Die Autorin beschreibt alles sehr genau und beschreibt lieber alles, als dass sie es in die Geschichte miteinbaut. Wobei man Eleanors Charakter und Eigenheiten am besten dadurch kennenlernt, wenn man die geballte Ladung an Informationen auf einmal bekommt. Aber es war trotzdem mühsam, da am Ball zu bleiben und sich durch diese Beschreibungen zu lesen. Nach einer Weile habe ich aber in einen Lesefluss gefunden und es

Die Themen, die oft auch nebenbei auftreten und angesprochen werden, sind oft mit erhobenen Zeigefinger dargestellt. Klar, es ist vielleicht Eleanors Sichtweise, aber mir war das ein bisschen zu aufdringlich und erklärend. Nichtsdestotrotz sind sie schon sehr überlegt und können weitere Denkanstöße geben.

Fazit

Im Großen und Ganzen ein gutes Buch. Für meinen Geschmack zu viele Beschreibungen und Erklärungen und die Handlung zieht sich stellenweise. Jedoch werden wichtige Themen angesprochen und einige Überraschungen warten am Ende des Buches auf einen. Das gewisse Etwas hat jedoch gefehlt.



Klappentext

Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus - und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.

 

Infos